Die Stadt Hohen Neuendorf lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich zu einer Diskussionsveranstaltung am 12. Februar 2020, um 18.30 Uhr, in die Aula der Grundschule Niederheide ein.

Das Thema des Abends ist die Entwicklung des neuen Stadtquartiers „Nördliche Bahnlinie, beiderseits der Oranienburger Straße“ im Stadtteil Hohen Neuendorf.
Neben der Frage, was eine „städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ eigentlich ist und der Vorstellung der bisherigen Planung sind die Besucher zudem eingeladen, sich inhaltlich einzubringen, wie diese Entwicklungsmaßnahme gemeinsam gestaltet werden kann. Die Stadt ist daran interessiert, durch das Bürgerforum ein möglichst breites Meinungsbild einzuholen.

Soweit der knappe Text, der nur durch Zufall auf der Internetseite der Stadt zu finden ist.

Dabei halten nicht nur wir das Thema für brisant und äußerst wichtig.
Wie auf dem Bild zu sehen ist, wird eine intensive Bebauung rings um Wasserturm und Pagode geplant. Das Ganze nennt sich "Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme".

Bisher wurden die Eigentümer überwiegend nur informiert. Von einer Beteiligung kann noch keine Rede sein.
Sollten die Pläne so umgesetzt werden (was noch nicht beschlossen ist!), bedeutet das  ca. 2.000 zusätzliche Einwohner an diesem Ort, mindestens 1.000 zusätzliche PKW, die alle auf die B96 fahren müssen (Lärm, Stau, Feinstaub etc),

Die geplante Entwicklungsmaßnahme betrifft nicht nur den Stadtteil Hohen Neuendorf, das muss allen Einwohnern bewusst sein.
Wird sie umgesetzt, hat das Auswirkungen auf die Qualität der Luft und die klimatischen Verhältnisse nicht nur im Stadtteil. Der im Sommer dringend benötigte kühlende Effekt einer offenen, teils bewaldeten Fläche wird größtenteils verloren gehen. Hinzu kommen jedoch Lärm und Stau durch mehr Verkehr. Und ein Mehr an Grün, wie es der Bürgermeister verspricht, wird es wohl nur geben, wenn er alle Häuser grün anstreicht.

Der Stadtverein hat sich immer für eine behutsame Stadtentwicklung und selbstverständlich auch für sozialverträglichen Wohnungsbau ausgesprochen. Das muss aber immer mit Augenmaß, unter Beachtung unserer wertvollen grünen Ressourcen und vor allem im intensiven Dialog mit Betroffenen und Bürgern erfolgen.

Daher unsere Bitte: Kommen Sie zahlreich zu der Veranstaltung und bringen Sie Ihre Meinung ein. Bitte geben Sie die Information an Freunde und Nachbarn in der ganzen Stadt weiter, damit auch wirklich von einer breiten Beteiligung gesprochen werden kann.

Sonst heißt es wieder:
Es kam kaum jemand, also ist es für die Bürger nicht relevant. Das sollte es aber sein.

Hans-Joachim Guretzki
Vorsitzender Stadtverein Hohen Neuendorf

Der Stadtverein konnte leider nicht an der politischen Gesprächsrunde zum Thema Stadtentwicklung im Rahmen des Herbstfestes teilnehmen. Daher möchten wir Ihnen an dieser Stelle gerne die Antworten unseres Fraktionsvorsitzenden, Dr. Guretzki, zu den im Vorfeld bekannt gegebenen Fragen nachliefern:

Sie sind selbst "Zugezogener". Seit wann sind Sie in Hohen Neuendorf, Bergfelde, Borgsdorf, Stolpe – und warum fiel Ihre Wahl auf den Ort? In welcher Umgebung leben Sie (eher Einfamilienhäuser, eher Geschosswohnungsbau)?

Die Nähe zu Berlin und unmittelbar bewaldetes Umfeld der Wohnquartiere - das war auch 2001 die meistgeschätzte Wohnqualität meiner Familie in diesem Ort.
Ein altes Haus der 20er Jahre passte vorzüglich dazu. Dazu kam, dass z.B. die Niederheide damals in mancher Hinsicht den Wohngebieten am Berliner Stadtrand 20-30 Jahren zuvor entsprach - mit ein bisschen mehr Raum und Urlaubsgefühl allerdings.

Wenn Sie sich vorstellen, wie Hohen Neuendorf 2035 aussieht, was sehen Sie dann? Ziehen Sie in ein Seniorenzentrum um, wünschen Sie sich eine kleine Wohnung oder ziehen Sie nach Birkenwerder?

Das Wichtigste ist, bis 2035 und darüber hinaus die Waldgebiete mit den Frischluftschneisen zwischen den Wohnquartieren zu sichern und dass nicht alle Freiflächen zuzubetoniert werden.
Wenn man den eigenen Garten noch täglich sehen möchte, wäre doch auch eine Wohngemeinschaft denkbar oder ein Anbau am Einfamilienhaus.
Nicht für jeden kann eine neue kleinere Wohnung im Ort errichtet werden, und eine Belegungsgarantie für Ortsansässige wird es sicherlich kaum geben.
Birkenwerder oder Hohen Neuendorf wird dann, so hoffe ich, nur noch eine Ortsteilentscheidung sein, da beide Kommunen zusammengewachsen sind.

Welches sind Ihre Lieblingsplätze, jetzt und später?

Die neugestalteten Stadtplätze sind schöne Orte zum Verweilen, und auch in den Läden und Cafés unserer Stadt hält man sich gern auf und trifft andere Menschen.
Auch das neue Rathaus sollte sich zu einem Begegnungszentrum entwickeln.
Mein bevorzugter Ort wird sicherlich der Kulturbahnhof sein, den es schnell fertig zu stellen gilt. Die Kaufland-Kreuzung gehört eher weniger dazu.
Der irgendwann einmal bebaute Wildbergplatz wird es auch nicht verbessern können. Für die Zukunft müssen wir darauf achten, Orte mit Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Der Wildbergplatz im Ortsteil Hohen Neuendorf

Am 6.10.2010 präsentierte das Büro Consilium im Auftrag der Stadtverwaltung eine erste Analyse zum Einzelhandels- und Zentrumskonzept der Stadt Hohen Neuendorf. Vor zwei Wochen hatte bereits der Stadtverein seine Vorschläge für eine attraktive Gestaltung der Mitte des Stadtteils öffentlich vorgestellt. Dazu hatte die Fraktion Stadtverein mit einer Präsentation in der Stadthalle das Thema verdeutlicht und die Diskussion mit den Bürgern begonnen.

Vor über 10 Jahren gab es für die Mitte von Hohen Neuendorf städtebauliche Ideen und Architekturentwürfe, die weit in die Zukunft reichten. Aus dieser Vision zur Gestaltung des Stadtteilzentrums im Kreuzungsbereichs der B96 mit der Schönfließer Straße ist bis heute nichts geworden.

Offenbar hat der Bau von Kaufland so etwas wie eine Schockstarre bewirkt, wegen der in den letzten Jahren keine wirklich neuen Ideen für das Zentrum von Hohen Neuendorf mehr entwickelt worden sind. Durch den übermächtigen Gebäudekomplex, der Gestaltung und Maßstab der vorhandenen Stadt ignoriert und alles weit von sich weg drängt, fällt es vielen schwer, sich die weitere Entwicklung vorzustellen. Auch die komplizierte Verkehrsführung trägt dazu bei.
Jahre nach dem Abriss der ursprünglichen Bebauung und der kurzsichtigen Überplanung von Zentrumsflächen ohne Gesamtkonzept hat sich der Status einer nicht vorhandenen Zentrumsgestaltung weiter manifestiert.

Dabei gibt es hervorragende Qualitäten, welche die Entwicklung eines lebendigen Zentrums für die Einwohner und Besucher der Stadt möglich machen würden. Es gilt, Geschäfte, kulturelles Leben und Natur miteinander zu verknüpfen. Zudem stehen Politik und Verwaltung derzeit vor der entscheidenden Frage: Rathaus abreißen und neu bauen oder anbauen? Wird das Rathaus zukünftiger Teil eines Zentrums mit hoher Aufenthaltsqualität bei Tag wie auch am Abend? Oder schaffen wir dicht neben Kaufland einen weiteren Ort, wo man nur hingeht um wieder wegzugehen?

Der Stadtverein hat einmal versucht, großflächig die verschiedenen Problembereiche zu benennen und Ideen zur Gestaltung eines Zentrums anschaulich zu machen.
Auch wenn manches, was dabei entstanden ist, als langfristige Perspektive gelten muss, ist es wichtig, heute eine Diskussion anzustoßen, an der sich möglichst viele Bürger beteiligen.
Das zukünftige Stadtbild darf nicht dem Zufall überlassen bleiben.

Die Fraktion des Stadtvereins lädt ein zur Präsentation und offenen Diskussionsrunde:

Zentrum ohne Mitte?

20. September, 19:00-21:00 Uhr
Mehrfunktionsraum am Foyer der Stadthalle
Am Rathaus 1
16540 Hohen Neuendorf


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